Theaterkunst Talk

Kicki Ilander

Die schwedische Kostümbildnern Kristina (Kicki) Ilander ist seit den 80er Jahren in der Filmbranche aktiv und bekannt für ihre Arbeit an Filmen wie zum Beispiel „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“, „Britt-Marie war hier“, „Borg McEnroe – Duell zweier Gladiatoren“ und ganz aktuell auch „The King’s Land“, der am 6. Juni 2024 in den deutschen Kinos startet. Kicki Ilander gewann 2023 den European Film Awards für „Bestes Kostümbild“ und ist dreifache Preisträgerin des schwedischen Guldbagge Awards. Wir haben mit der Stockholmerin gesprochen…

Copyright: European Film Award; Plaion Pictures / Henrik Ohsten – Zentropa

Theaterkunst

Kicki Ilander

Wie bist du an das Projekt „The Promised Land“ herangegangen?

Nachdem ich das Drehbuch gelesen und mit dem Regisseur gesprochen habe, habe ich versucht herauszufinden, wo man Kostüme ausleihen und herstellen kann, wie ich das Budget einteilen kann und so weiter. Das erwies sich als ziemlich schwierig. Es gab Covid, Krieg in der Ukraine, Inflation, Flugstreiks und viele andere Filme, die bereits Kostüme aus unserer Zeit gemietet hatten. Wir haben in drei verschiedenen Ländern gedreht und mussten am Ende Kostüme in sechs verschiedenen Ländern ausleihen, so dass die Logistik ziemlich anspruchsvoll war.

Für „The Promised Land“ hast du den Europäischen Filmpreis für das „Beste Kostümbild“ gewonnen. Was macht die Kostüme des Films so besonders?

Haha…das ist für mich natürlich schwer zu beantworten. Ich war sehr überrascht, aber auch sehr stolz, als ich es erfahren habe.

Was magst du ganz besonders an einem Kostümfundus? Gibt es Unterschiede zwischen Kostümhäusern in Schweden und Deutschland?

Jedes Kostümhaus hat sich in gewissen Maßen auf verschiedene Epochen spezialisiert. Wenn man sich also für das Jahr 1700 interessiert, sollte man nach Häusern suchen, die viel aus dieser Zeit haben.

In Schweden haben wir zwei Kostümhäuser in Stockholm (auch eines in Göteborg). Eines davon gehört zum schwedischen Fernsehen und das andere heißt Independent Kostym. Beide sind sehr gut, aber wenn man einen Film wie „The Bastard“ mit vielen Schauspielern und Statisten dreht, muss man aufgrund der Menge auch anderswo in Europa mieten.

Normalerweise mietet man nicht bei vielen verschiedenen Kostümverleihern, sondern versucht, ein oder zwei zu finden, die den größten Teil des Bedarfs decken können, sowohl was die Zeit als auch was das Geld angeht.

Ich glaube nicht, dass es einen großen Unterschied zwischen schwedischen und deutschen Kostümhäusern gibt. Da ich die meiste Zeit in Schweden lebe und arbeite, kenne ich unsere Kostümhäuser natürlich sehr gut und das spart mir eine Menge Zeit.

Welchen Tipp würdest du jungen Kostümbildner:innen geben die am Anfang ihrer Karriere stehen?

Ich glaube, dass jeder, der beim Film arbeitet, das Gefühl hat, dass es schwierig ist, gute Budgets zu verhandeln. Also man sollte seine Arbeit schon wirklich sehr lieben.

Ich bin nun schon so lange in diesem Beruf und ich liebe ihn noch immer. Ich kann mir keinen besseren Beruf vorstellen.

Mein Rat für „Anfänger:innen“ könnte dieser sein: Do your math! Versuche vernünftige Budgets zu verhandeln, denn nur das wird dir die Freiheit geben, deine eigenen Entscheidungen zu treffen.

Was magst du lieber: historisches oder zeitgenössisches Kostüm?

Ich liebe es ganz besonders, historische Kostümbilder zu entwickeln. Ich finde, dass es größere künstlerische Freiheiten mit sich bringt.

Tack så mycket!

Tack själv Manja : )